Das Kavanagh Gebäude in Buenos Aires war einst ein Musterbeispiel für die Modernität im Häuserbau. Mitte der dreißiger Jahre errichtet, ist es bis heute ein Bauwerk mit bedeutender Präsenz.

An der Plaza San Martín in Buenos Aires steht es: Das Kavanagh Gebäude. Optisch schlicht gehalten, ist es mit den Stilelementen der Modernisme ausgestattet. Es wirkt ein wenig wie ein Relikt aus vergangener Zeit. Denn die Zeit hinterlässt ihre Spuren. Das Hochhaus kann heutzutage nicht mehr mit der modernen Architektur um sich herum mithalten. Aber das muss es auch nicht, schließlich hat das Bauwerk früher Großes vollbracht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Bau benötigte nur zwei Jahre. Von Corina Kavanagh in Auftrag gegeben und von Gregorio Sanchez, Ernesto Lagos und Luis Maria de la Torre entworfen, war der Wolkenkratzer 1936 mit seinen 120 Metern das höchste Gebäude Lateinamerikas. Auch die Ausstattung entsprach einem neuen Standard: Ausgereifte Lüftungssysteme, Fahrstuhlanlagen und Dachterrassen. Diese Leistungen wurden 1939 vom “Amerikanischen Institut für Architektur” mit dem Architekturpreis belohnt.

Gerüchten zufolge soll Investorin Corina Kavanagh mit Rachegelüsten dem Bau vom Kavanagh Gebäude gefrönt haben: Die Eltern ihres Liebsten gönnten ihr die Vermählung nicht. Sie hatte zwar Reichtum, allerdings keinen Titel. Corina beeinflusste den Bau des Gebäudes so, dass die Eltern ihrer Liebschaft keine Sicht mehr auf die dort vorhandene Kirche hatten. Die Kirche wurde schlichtweg verdeckt. Vereitelte Liebe, die aber zumindest eine architektonische Glanzleistung hervor brachte: das Kavanagh Gebäude.

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